HEIMAT-FRAGMENTE - DIE FRAUEN - Konzeption und Inhalte
"Nach der Vollendung der
HEIMAT-TRILOGIE im Jahre 2004 hat Edgar Reitz nun mit einem abendfüllenden
Dokumentarfilm von Schabbach und den geliebten Figuren der HEIMAT-TRILOGIE
Abschied genommen. In etwa 40 bisher unveröffentlichten Szenen aus dem
HEIMAT-Kosmos berichtet sein filmischer Rückblick von Lulu und ihrer Suche nach
etwas, das sie die „alte Zukunft aus Kindertagen“ nennt.
HEIMAT-FRAGMENTE kann als Epilog zur HEIMAT-TRILOGIE verstanden werden, ist aber
auch ein Film über die Frage, wie unsere Erinnerung funktioniert."
(Edgar Reitz in der Einladung zur Deutschlandpremiere)
Auf der Homepage des Pro-Winzkino Simmern war folgender Text aus der Feder von Edgar Reitz zu lesen:
"Es handelt sich, wie ich oft betont habe, nicht um eine Fortsetzung der HEIMAT-TRILOGIE, sondern um einen Montage-Film, in dem ich eine Reihe von Szenen aus den drei HEIMAT-Zyklen zusammengestellt habe, die größtenteils bisher unveröffentlicht blieben. Das Ganze wird durch die Figur Lulu zusammengehalten - nicht in Form einer Rahmenhandlung, sondern vielmehr in Form eines inneren Monologs, einer Suche nach Sinn und Zusammenhängen. Der Film ist mit einer Gattung verwandt, die man in der Literatur Essay nennt. Was frolgt daraus? So schön und so gefühlvoll viele der einmontierten Szenen sind, so schön es ist, den alten, liebgewordenen HEIMAT-Figuren wiederzubegegnen, so schwierig wird der Film aber von den unvorbereiteten Freunden der HEIMAT empfunden werden. HEIMAT-FRAGMENTE ist letztlich ein philosophisch angehauchter Film zum Nachdenken."
Die folgende
Inhaltsangabe ist eine freie Übersetzung eines Textes auf
german-cinema.de. Die Originalquelle dieser Information ist nicht
angegeben, es ist aber anzunehmen, dass der Text direkt aus
dem Büro der Reitz & Reitz Medien1 stammt.
Der 146-minütige Filme erzählt die Geschichte von Hermanns Tochter Lulu.
In etwa 40 Szenen begleitet sie der Film auf ihrer Suche nach der "alten
Zukunft aus Kindertagen". Gleichzeitig greift der Film in jedem der 40
Fragmente die Leben und Träume der Frauen eines ganzen Jahrhunderts auf.
Die Geister, die Lulu beschwört, erscheinen unmittelbar.
Wir sehen alte und vergessene Kriegsszenen, in die Anton und Ernst, die
Brüder ihres Vaters, verwickelt sind. Wir sehen absurde Kirmesszenen und
wie Großmutter Marias letzte Kuh abgeholt wird, und Hermann, noch einmal
der Schuljunge in kurzen Hosen, erfährt seine erste große Liebe mit
Klärchen.
Lulu stolpert in einen Rausch von Entdeckungen. Die Szenen, in denen sie
sich wieder findet, sind fremdartig, herzzerbrechend, wild, romantisch,
magisch oder auch völlig verrückt. Es ist eine Flut endloser
Liebesgeschichten, Karriereträume und Wettkämpfe um die Sonnenseiten des
Lebens. Die Situationen erinnern an unvergessliche Frauen wie Maria,
Lucie, Clarissa, Renate, Olga, Evelyne, Frau Cerphal, Helga, Marianne
oder die wundervolle Dorli aus Dülmen. Lulu wird in einem Kinderwagen
geschoben, von Herman auf dem Arm getragen oder fährt in einem
klapprigen alten Auto durch diese magische Welt - manchmal als Baby,
manchmal als Mädchen mit lockigen Haaren.
Als Lulu schließlich ihren Weg aus der Traumwelt heraus findet, ist
nichts mehr wie zuvor.
Eines der alten Paradigmen der Filmkunst ist Thema der FRAGMENTE: Mit Lulu erleben wir eine völlige Verkehrung zeitlicher Perspektiven. Ihr Blick in die Vergangenheit bedeutet nicht nur das Ende ihrer Jugend, sondern auch den Beginn einer neuen Freiheit.
Das Bild zeigt Edgar Reitz, Lulu-Darstellerin Nicola Schössler und Christian Reitz anlässlich der Weltpremiere der HEIMAT-FRAGMENTE in Venedig am 2.9.2006 (Quelle: dpa-Bild auf der Website der Frankfurter Rundschau).
Hier finden Sie eine Übersicht über die Fragmente im einzelnen.
1 Edgar Reitz und sein Sohn Christian haben diese Firma 2005 gegründet. Sie zeichnet für die Produktion der Fragmente verantwortlich.