Drehorte von HEIMAT (zuerst veröffentlicht am 22. Juli 2002, ergänzt und überarbeitet April 2009)
"Wer in den Hunsrück reist, wird 300 Dörfer finden, und keines davon heißt Schabbach."
(Text auf dem Schuber des Bildbandes "Heimat - Eine Chronik in Bildern" von Edgar Reitz)
HEIMAT spielt
nicht nur im Hunsrück, die Filme wurden auch in enger Zusammenarbeit mit den
Dorfbewohnern an Originalschauplätzen im Hunsrück gedreht. Edgar Reitz, der
gebürtige Morbacher (Abb.:
Edgar Reitz' Elternhaus im Zentrum von Morbach), kehrte nach langer Zeit ein
zweites Mal (nach "Die Reise nach Wien", gedreht in Simmern) in seine Heimat zurück, um
sich ihr anhand der inzwischen in der "zweiten Heimat" München
erworbenen Profession des Filmemachens wieder anzunähern. Wesentliche Fragmente
seiner eigenen Biografie und Familiengeschichte finden sich in den Figuren Paul, Anton und
besonders Hermann wieder
(vgl. näher hierzu die Bücher "Edgar Reitz - Film als Heimat" von
Reinhold Rauh und "Drehort Heimat" von Edgar Reitz (siehe
Mediografie)).
Das Zentrum der
Aktivitäten bildete seinerzeit das kleine Dorf
Woppenroth.
In der Gaststätte von Rudi (t)
und Marga Molz sammelten Reitz und sein Co-Autor Peter Steinbach lange vor
Drehbeginn im Gespräch mit den Menschen Informationen und Anekdoten, die sie in
Ihre Episoden einflochten - wer könnte auch Geschichten wie etwa den im
Gewitter auf der Straße zurückgelassenen Sarg, die durch das Dorf reitende
französische Reiterin, die verregnete Einweihung des Kriegerdenkmals, eine Serie ungeklärter Morde in den zwanziger Jahren
oder den durch die geöffneten Türen eines fahrenden Güterwagens springenden
Hirsch (in dem im Vorfeld von Heimat entstandenen Dokumentarfilm
Geschichten aus den Hunsrückdörfern) erfinden?
Ich selbst habe im Rahmen zahlreicher Reisen in den Hunsrück die meisten der auf dieser Seite verarbeiteten Informationen vom Ende Januar 2002 leider auf so tragische Weise verstorbenen Woppenrother Gastwirt Rudi Molz und seiner Frau Marga erhalten. Die Abende in ihrer Gaststube, an denen wir gemeinsam über Heimat philosophierten, werden mir stets in guter Erinnerung bleiben.
Soweit nicht anders gekennzeichnet habe ich die Bilder selbst
angefertigt, die schwarz-weißen bei meinem ersten Aufenthalt im Hunsrück 1998.
Herzlichen Dank an Günter Endres und Alexander Kuch, die durch ihre Beiträge
diese Seite bereichern. Eine umfangreiche Galerie mit hochauflösenden Bildern von den Drehorten, angefertigt von Alexander Kuch, finden Sie
hier. Außerdem hat
Dieter
Wolf auf flickr eine umfangreiche Fotogalerie mit Drehorten veröffentlicht.
Rob Mallows hat auf
google-Maps eine
Landkarte der Drehorte aus HEIMAT programmiert.
| Motiv | Drehort | für eine größere Ansicht klicken Sie bitte einmal auf das Bild |
| "Schabbach"; Dorfplatz und Kirche, Gastwirtschaft "Zur Linde" (heute ein Wohnhaus) und Saal | Woppenroth,
Hauptstraße und Bergstraße
Der Saal an der Bergstraße wurde 2000 abgerissen, das dritte und vierte Foto rechts stammen aus
dem Juni 1999. |
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| Der Weg, auf dem Paul weggeht (gegen Ende der Folge 1, sehr bekanntes Szenenfoto, sh. rechts) | ca. 800 m nordöstlich von Woppenroth, nahe dem Galgenhügel (sehr schöne Aussicht!), über die Bergstraße ortsauswärts, am Sportplatz vorbei der Straße nach rechts folgen, nach ca. 500 m Feldweg nach rechts (Richtung Osten) |
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| Haus Simon (außen) mit Schmiede | Gehlweiler (Hauptstraße bergan, ca. Ortsmitte, linke Seite). Die Stiftungstafel ist im Zuge der Dreharbeiten zu Heimat 3 wieder angebracht worden. |
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| Haus Simon (innen) | Rohrbach, an der Hauptstraße, abknickende Vorfahrt, in Besitz der Familie Scherer (Gertrud Scherer spielte in Heimat die Martha Wiegand, Marias Mutter). | |
| größerer Tanzsaal mit Galerie, in dem Otto und Maria tanzten und Paul seine Rückkehr feierte |
Mengerschied,
Hauptstraße, Ortsmitte schräg gegenüber der Kirche. Der Saal ist 2000-2002 von einer chinesischen Familie renoviert worden und dient nun wieder als Veranstaltungs- und Ausstellungsort. Die beiden s/w-Photos zeigen das Haus in der Umbauphase. |
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| Ortsausgang (an dem das Haus des Korbmachers stand) |
Maitzborn, westlicher Ortsausgang Das Wasserwerk, auf der dritten Aufnahme (Juli 2005) noch recht verwildert, wurde inzwischen freigelegt und renoviert (siehe Bild 4, April 2009). Von der Straße aus hat man einen schönen Blick auf Kirchbergs zwei Türme (Bild 5). |
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| Eduards und Lucies Villa | Büchenbeuren,
Bahnhofstraße Das Haus wurde 1904-1906 von dem jüngeren
Sohn eines Büchenbeurener Bauern gebaut, der in Freiburg Medizin studiert und
die Vorlage von dort mitgebracht hatte. Das identische Haus - bis auf Farbe,
Umgebung und Eingänge - steht in Freiburg in der Schwimmbadstraße. Herr Dr.
Schüler zog als Junggeselle ein und führte hier im Haus seine Praxis, während er
nebenher den relativ großen landwirtschaftlichen Betrieb auf der
gegenüberliegenden Straßenseite weiter versorgte. Er war nebenher noch aktiv in
Politik und Sportvereinen. 1948 übernahm sein Schwiegersohn die Praxis und
führte sie 44 Jahre als Einzelpraxis. Nach der erneuten Übernahme (wieder durch
den Schwiegersohn) 1982 wurde die gesamte untere Etage zu Praxisräumen umgebaut
und die Praxis ab 1983 als Gemeinschaftspraxis geführt. Der 1. Stock blieb
Privatbereich. Dort befindet sich z. B. der Erker, in dem Lucie ihre
Kopfschmerzen pflegte. |
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| Laden des Robert Kröber sowie Kirchplatz (Stephanskirche) | Simmern, Ortsmitte, Fußgängerzone (Oberstr.), nahe der Stephanskirche |
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| Burgruine Baldenau | nördlich von Morbach
nahe der Hunsrückhöhenstraße, zwischen den Orten
Hundheim
und Hinzerath. Die Ruine wurde nach den Dreharbeiten weiter ausgegraben, so dass der heutige Zustand des Innenbereichs nicht mit dem damaligen vergleichbar ist. Bild 4 enthält eine Übersicht über die Geschichte der Burg. Das Vorbild für das Kriegerdenkmal (Bild 5) steht in Morbach Hundheim, dem Ort, in dem der Großvater von Edgar Reitz als Schmied lebte und arbeitete. Bericht des Trierer Volksfreund über das Kriegerdenkmal (14.11.2009). |
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| Dorffriedhof und "Optische Werke Simon OHG" | Griebelschied, westlicher Ortsausgang Ich habe lange gebraucht, um den Friedhof und das Firmengebäude wiederzuerkennen. Auf dem Friedhof wurden fast alle Bäume abgeholzt, und das Gebäude machte einen ziemlich verlassenen Eindruck. Die Fabrikhalle ist eine ehemalige Flakhalle aus dem 2. Weltkrieg. Sie ist nach einem Brand in der Nacht vom 29. auf den 30. April 1985 anders wieder aufgebaut worden, sodass insbesondere das markante Dach fehlt. Klaus Wendel, der in der Nacht des Brandes als Löschzugführer der freiwilligen Feuerwehr Herrstein vor Ort war, hat einige Berichte und Bilder zur Verfügung gestellt. Auf den Bildern 5 und 6 ist im Hintergrund schön der Lützelsoon zu sehen. Dorfporträt von Griebelschied bei SWR Hierzuland - hierin findet sich auch eine Information über die Lederwarenfabrik Knipf, die in dem Gebäude ansässig ist. |
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| Kirche, in der die Familie Simon an der katholischen Christmette 1935 teilnimmt (Film 3) | "Hunsrückdom" (St. Christophorus) in Ravengiersburg |
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| Hunsrückstadion (Film 9) | Simmern, an der ersten Abfahrt von der Bundesstraße aus westlicher Richtung, geradeaus durch den Kreisverkehr, gegenüber dem Krankenhaus |
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| Haus des "Holzkönigs" von Trarbach, mit dessen Tochter Ernst kurzzeitig verheiratet ist (Film 9) |
Traben-Trarbach
(Mosel), westlich oberhalb des Ortsteils Trarbach (am südlichen Ufer
der Mosel), besonders gut von der Ruine Grevenburg aus zu sehen. Bilder aus dem April 2009. Man kann regelrecht sehen, wie der Frühling den hang hinaufklettert ... |
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| Schiefergrube, in der am Ende der letzten Folge der Chor singt | Schiefergrube Herrenberg bei Bundenbach, sehenswert! |
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| Bürgermeisteramt Rhaunen | Rhaunen, Ortsmitte |
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| Kino in Simmern | ehem. Postlichtspiele in der Simmerner Marktstraße |
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| Haus des Gauleiter Simon (Film 2) | ehemalige Grundschule in Gehlweiler |
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| Französisches Bahnwärterhäuschen, in dessen Dachgeschoss Ernst nach seinem Abschuss versteckt gehalten wird (Film 8) | ehemaliger Bahnhof in
Téterchen (Frankreich) Dank an Günter Endres für die Information und das Bild! |
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| Bahnhof, auf dem Otto Wohlleben beim Entschärfen einer Bombe ums Leben kommt | Bahnhof Simmern Dank an Günter Endres für die Bilder! |
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| Baustelle "Hunsrückhöhenstraße" | Baustelle der A1 (Bauzeit
ca. 1978-83), zwischen Riol und Mehringer Höhe (östlich von Trier) Dank an Matthias Kreusch für diese Information! |
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| Straße, auf der Hermännchen Klärchen abfängt, als diese von der Abtreibung zurückkommt (Film 9) | B 421 zwischen Gehlweiler und Gemünden in nördlicher Richtung, kurz nach dem Abzweig Richtung Schlierschied/Woppenroth/Rhaunen |
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| Straßenzug und Haus (in Bochum), in dem Katharinas Bruder Hans und seine Familie wohnt (Film 2) | Neunkirchen/Saar,
Rollerstraße Dank an Günter Endres für diese Information und die Bilder. |
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| Ort, den Maria mit dem roten Postauto durchfährt, nachdem sie Martha vom Bahnhof abgeholt hat | Dill (zwischen Kirchberg und Büchenbeuren) |
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| "Textilhaus Kind", in dem Maria Anton vor Weihnachten 1935 einen Wintermantel kauft (Film 3) | Rhaunen, Hauptstraße Dank an Günter Endres für diese Information und die Bilder! |
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| Wiese, auf dem der amerikanische Flieger mit Paul landet (Film 1) | unterhalb der Wachholderwiesen in Woppenroth, Straße neben der
Kirche in Weiterfahrt bis zum Tal rechtsseitig (gut erkennbar) Dank an Günter Endres für diese Information |
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| Bahnhof Kirchberg, dort holt z. B. Maria die Martha vom Zug ab | ehem. Bahnhof Kirchberg Dank an Günter Endres für diese Information und das Bild. |
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| Die Kriegsszenen (Teil 8 - Der Amerikaner), in denen Martina ihren Pollack sucht | Außenkulisse "Berliner Straße" bei den Bavaria Filmstudios in
München-Geiselgasteig. In dieser Kulisse wurden schon "Das Schlangenei" von
Bergmann und die Serie "Berlin Alexanderplatz" von Fassbinder gedreht. Die
Kulisse wurde mittlerweile abgerissen und durch die Kulisse für die Serie
"Löwengrube", in der auch Jörg Hube mit einer Hauptrolle vertreten ist, ersetzt. Dank an Günter Endres für diese Information. |
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| Hotel "Zum Hirsch", Boppard (Film 9) | Hotel "Zum Hirsch", Boppard, inzwischen leider völlig verfallen
und aus Sicherheitsgründen teilweise abgetragen, sh.
hier. Auf dem Panoramabild erkennen
Sie die Überreste, es ist das zweite Gebäude von links, dessen zweite Etage
teilweise verkleidet ist. Danke für die Bilder und Info an A. Sprinke. Weiter Bilder unter fotocommunity.de. |
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