Informationen zur Kürzung der TV-Fassung von HEIMAT 3
Entnommen der News-Seite
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und ggf. Quelle |
Inhalt |
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zum (vorläufigen) Abschluss dieses
leidigen Themas: klare Worte eines gestandenen Filmkritikers Quelle: titelforum.de |
Auf der Internetplattform
"Titel-Magazin - Literatur und mehr" findet sich eine Kolumne des Edgar
Reitz nahe stehenden Filmkritikers Peter W. Jansen vom 21.12.2004, in
der dieser den Umgang der ARD mit Edgar Reitz und seinem Werk,
insbesondere aber den auf dieser Seite veröffentlichten Vorfall auf der
ARD-Weihnachtsfeier (siehe unten, Eintrag vom 4.12.2204) in m. E.
angemessener Schärfe aufs Korn nimmt. Man muss keine prophetischen
Fähigkeiten besitzen, um im metaphorisch umschriebenen "Quotenfuzzi" den
ARD Programmdirektor Günter Struve zu erkennen ...
Der Quotenfuzzi
veröffentlicht auf titelforum.de, 21.12.2004 Er klopfte
sich selbst auf die Schulter, ob mit der Rechten auf die linke oder mit
der Linken auf die rechte, wird nicht berichtet. Er malträtierte seine
von der Last der Sisyphos-Arbeit schon schwer gebeugte Schulter, weil er
zwei, wie er sagte, gute Nachrichten zu verkünden habe. Die erste: dass
er weitere fünfzehn Jahre in dem Joch ächzen werde, in das er sich
selbst eingespannt hatte und auf das er auch nicht hatte verzichten
wollen, als ihm ein minder bezahlter ehrenvoller Job zur Verfügung
stand. Die zweite gute Nachricht des Programmdirektors der ARD lautete,
dass es gelungen sei, im Quotenrennen die Spitzenposition zu erringen.
Doch schon musste der Sisyphos bittere Tränen weinen, weil, wie er schon
zu wissen meinte, der ganze schöne Erfolg für die Katz sein werde, wenn
sich Das Erste, das nun doch endlich einmal seinen Namen zu Recht trage,
in den nächsten Tagen der Hochkultur zum Opfer bringe. Zur Prime Time,
gleich nach der Tagesschau, und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Mit
der neuen, schon europaweit als erdumspannendes singuläres Meisterwerk
gefeierten „Heimat“-Staffel, sechsmal 88 Minuten plus 30 Sekunden lang. |
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| 15.08.2011 | Erst jetzt bin ich auf einen Bericht von Dietrich Kuhlbrodt aufmerksam geworden, in dem er sich ausführlich über das Pressescreening von HEIMAT 3 äußert. Sehr deutlich wird auch hier die Divergenz zwischen Kunst (Reitz) und Kommerz (ARD) herausgearbeitet. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 31.12.2004 |
Zuschauerzahlen und Kürzungen
HEIMAT 3
Nach einem gelungenen Start mit knapp 4 Mio. Zuschauern (hier noch die Pressemitteilung der ARD vom 16.12.2004, in der sich SWR-Intendant Voß, SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen und Koordinator Fernsehspiel Ulrich Deppendorf sehr zufrieden über die Sehbeteiligung der ersten Folge von HEIMAT 3 äußern) erfolgte, sicher mitbedingt durch die attraktiven Angebote der Konkurrenz, zur zweiten Folge ein Einbruch der Zuschauerzahl auf 2,3 Mio. Von Film 3 bis Film 5 stabilisierte sich die Zuschauerzahl erfreulicherweise auf knapp unter 3 Mio. Menschen. Beim letzten Film erfolgte ein Rückgang auf knapp 2,5 Mio. Zuschauer, offenbar bedingt durch starke Konkurrenz auf RTL und ZDF, aber auch durch den vorgeschobenen Brennpunkt zur Flutkatastrophe in Asien. Auch wenn Quotenfetischisten damit nicht zufrieden sein werden, so ist das Zuschauerinteresse meines Erachtens angesichts der veränderten Zuschauer- und Programmlandschaft doch als großer Erfolg zu werten. In einer Pressemitteilung vom 30.12. beurteilt auch der mitfinanzierende SWR die Zuschauerbeteiligung als "zufriedenstellend". Trotz der Konsolidierungstendenz beharre ich auf meiner Einschätzung, die auf Beiträgen im Zuschauerforum beruht: Kann es sein, dass sich die ARD durch ihre rigide Haltung gegenüber Edgar Reitz (nicht nur bzgl. der Kürzungen der TV-Fassung, sondern besonders der Eingriffe ins Drehbuch, das ursprünglich auf 11 Filme ausgelegt war) selbst ein spielentscheidendes Eigentor geschossen hat? So manch eingefleischter HEIMAT/DZH-Freund mag sich abgewandt haben, da besonders der (entscheidende) erste Film angesichts der engen gesetzten Bedingungen nicht stark genug an die lieb gewonnenen Reitz'schen Erzähltraditionen und -inhalte anknüpft. Und das Interesse von Zuschauern, die HEIMAT und DZH nicht kennen, mag u. U. durch die notwendigerweise recht hastig aufgegriffenen personellen Strukturen nicht geweckt worden sein. |
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30.12.2004
ergänzt |
Kürzungen
der deutschen TV-Fassung von HEIMAT 3 (zu den Hintergründen des Kürzungszwangs siehe unten)
Film 1 (ca. 11 min): Kurze
Szene zwischen Hermann und Clarissa im Kempinski (verheiratet?, Rede
Momper im TV), Hermann wird von Anton der Familie vorgestellt: Gespräch Hermanns mit Lothar
und Dieter, kurzer Teil eines Gesprächs Gunnar und Udo, Teil des Briefs
von Clarissa in dem sie über ihre Mutter schreibt, alle Szenen mit Mutter Lichtblau und
Clarissas Sohn Arnold (Telegramm, Prozess in HH, Billardcafé im HH, nach dem Konzert in Amsterdam, Weihnachten in HH
- nur vor dem PC mit Clarissa taucht Arnold kurz auf). |
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8.12.2004 Mail von Dirk Schneider, 5.12.2004 |
Zwischenbericht über den Protest
gegen die Kürzung von HEIMAT 3 Dirk Schneider, Initiator der Protestseite Heimat 3 komplett, berichtete mir über das Zwischenergebnis seines Engagements für die ungekürzte Ausstrahlung von HEIMAT 3:
"(...) weit über 300
UnterstützerInnen haben sich bisher bei mir gemeldet, von denen nicht
alle (...) öffentlich genannt werden möchten. Entweder weil sie beim
Sender oder der ARD arbeiten, weil sie prinzipiell nicht ihren Namen im
Internet veröffentlichen wollen oder weil sie von Aufträgen des
öffentlich-rechtlichen Fernsehens abhängig sind als Schauspieler,
Autoren, Techniker usw., eine -wie ich finde- sehr bedenkliche Tatsache,
denn das kommt einem Maulkorb aus ökonomischen Zwängen gleich. Würden
wir in einem anderen System leben, so wäre von Zensur die Rede. (...)
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4.12.2004
Tagesspiegel Berlin, Mail von Edgar Reitz, 4.12.2004
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Skandalöse Äußerungen des
ARD-Programmdirektors G. Struve bzgl. HEIMAT 3 In einem heute veröffentlichten Interview des Berliner Tagesspiegel mit ARD Programmdirektor Günter Struve äußerte sich dieser wie folgt zur Kürzung von HEIMAT 3: Tagesspiegel: Jetzt,
zum Jahresende 2005, kommt "Heimat 3" in sechs Teilen von Edgar Reitz.
Der Künstler ist mit der ARD nicht zufrieden. Außerdem, so berichtet mir Edgar Reitz soeben, äußerte Struve unlängst in einer Rede auf einer Adventsfeier der ARD sinngemäß, die (Quoten-)Marktführerschaft vor RTL sei im Dezember gefährdet, "weil der Monat durch HEIMAT 3 'der Hochkultur' geopfert würde". Reitz's Frau und Hauptdarstellerin Salome Kammer, die als Gast zugegen war, verließ die Feier daraufhin zutiefst getroffen. Die Aussagen von Herrn Struve zeugen meiner Meinung nach von größter Respektlosigkeit und Ignoranz gegenüber Edgar Reitz und seinem großartigen Kunstwerk, aber auch gegenüber uns Zuschauern. Nicht nur, dass die ARD mit Ausnahme des SWR wenig tut, um die Zuschauer für HEIMAT 3 (z. B. durch Vorberichte, Dokumentationen etc.) zu interessieren, jetzt werden bereits öffentlich und mit größtem Zynismus Vorverurteilungen vorgenommen. Offenbar ist die ARD, die per Rundfunkgesetz die per GEZ eingetrieben Zwangsgebühren zweckgebunden zur Erfüllung eines kulturellen Auftrags einzusetzen hat, auf dem besten Weg, das Primat der Quote über jegliche andere, insbesondere auch kulturelle (!) Interessen zu stellen. Armes Deutschland. Wenn wir als die Anhänger von Edgar Reitz und seinen großen Filmen wie Struve vorgibt nur noch eine minderheitliche Randgruppe namens Hochkultur stellen - was ist dann mit dem Rest des Volkes? Was können wir tun? Versuchen wir doch, die bornierten Quotenfetischisten in der Schaltzentrale der ARD mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen, indem wir möglichst viele Menschen: Freunde, Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Kunden, Schüler etc. dazu motivieren, sich auf HEIMAT 3 einzulassen (denn genau darauf kommt es an). Auch auf die Gefahr hin, dass, sollte HEIMAT 3 (verdientermaßen) ein Erfolg werden, Menschen wie Struve sich dann in den Vordergrund drängeln und Edgar Reitz die Schulter klopfen, als hätten sie es doch immer schon gewusst ... Edgar Reitz formuliert es in
seiner Mail, appellierend an alle HEIMAT-Freunde, so: Meine Überzeugung ist, dass Deutschland gerade jetzt für einen Film wie HEIMAT 3 reif ist, ihn geradezu braucht. Wie weit sind wir denn gekommen, wenn die Verdummung des Fernsehvolkes zu Gunsten der Quote billigend in Kauf genommen wird? |
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| 28.9.04, Update 21.12.2004
Reinder Rustema News und |
Kürzung von HEIMAT 3 - Fakten und
Zuschauerprotest Auf den Seiten von ReindeR Rustema sind weitere Details zur Kürzung der Fernsehfassung der dritten HEIMAT zu finden (vgl. auch Eintrag auf dieser Seite vom 29.8.2004). Laut Auskunft der Kinowelt, dem Verleiher von HEIMAT 3, sind folgende Längen Fakt:
* Die Zeitdifferenz zwischen ungekürzter Kino- und DVD-Fassung ergibt sich offenbar durch die unterschiedlichen Abtastfrequenzen: Kino 24 Bilder/Sek., DVD/PAL 25 Bilder/Sek., siehe hierzu auch das Thema PAL-Speedup. Soeben erreichte mich eine E-Mail von Dirk Schneider, der sich über die Internetseite Heimat-Komplett bei den Verantwortlichen der ARD für eine Ausstrahlung in voller Länge einsetzt. Sie können diese Initiative unterstützen, indem Sie sich per E-Mail diesem Protest namentlich anschließen. Ihre Kontaktdaten werden dabei nicht veröffentlicht. |
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| 29.8.04
Brief von Eva-Maria Schneider, 25.8.2004
Mail von Edgar Reitz,
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HEIMAT 3 im TV nur in gekürzter
Fassung!!! Eva-Maria Schneider (Darstellerin der Marie-Goot in HEIMAT) hat mir persönlich darüber berichtet, dass Heimat 3 im Dezember in der ARD (Sendetermine siehe Eintrag vom 12.8.04 - Archiv) nur in einer gekürzten Fassung laufen wird: "Die Fernsehgewaltigen haben allen Ernstes Edgar Reitz dazu verdonnert, von 11 1/2 Stunden fertigem Film 2 1/2 Stunden zu streichen nur damit die Tagesthemen pünktlich kommen! Wer fragt nach den Tagesthemen, wenn ein Fußballspiel in die Verlängerung geht, wenn 2 Tennisspieler nicht fertig werden oder sonst irgendetwas dazwischen kommt? Da könnte der Gebührenzahler mal etwas Hochwertiges für sein Geld bekommen und dann sowas!!! Für Edgar ist das eine fast unlösbare Aufgabe. Da müssen ja ganze Geschichten herausgenommen werden und viele Figuren verschwinden einfach von der Bildfläche. Ich habe gestern mit Robert Busch [Edgar Reitz' Produktionsleiter und rechte Hand] telefoniert und er sagte: 'Wir haben gekämpft wie die Löwen, aber leider vergebens.' Edgar ist sehr sauer und ich finde es beschämend von der ARD, so geht man mit niemand um, auch nicht mit den Zuschauern!" (E.-M. Schneider in einem Brief von 25.8.04 an mich) Ich kann diesem Urteil nur zustimmen. Es kommt mir vor, als müsse ein Maler, der ein schönes Bild gemalt hat, einen Teil davon wegschneiden, nur damit das Bild in einen vorgefertigten Rahmen passt. Ich empfinde in dieser Entscheidung einen mangelnden Respekt gegenüber der Person und Arbeit von Edgar Reitz. Einziger Trost ist, dass die DVD-Ausgabe von HEIMAT 3 die vollständige, ungekürzte Fassung enthalten wird. Soeben habe ich auch eine
Stellungnahme von Edgar Reitz zu diesem Thema erhalten. Er gibt sich
diplomatisch, weist darauf hin, dass ohne Unterstützung der ARD dieses
Projekt gar nicht möglich gewesen wäre. Zitat: "Andererseits muss man
heutzutage froh sein, wenn man mit dem Fernsehen überhaupt etwas
Anspruchsvolles realisieren kann. Bitte bedenken Sie, dass ich gemeinsam
mit Robert Busch über 7 Jahre lang kämpfen musste, um die ARD überhaupt
zum Mitmachen zu bewegen. Da ist man schon mal glücklich, dass der Film
überhaupt zustande gekommen ist und dass es wenigstens in den anderen
Medien: Kino, DVD, die künstlerisch ausgewogene Originalfassung gibt." |
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