Informationen rund um die HEIMAT-Trilogie von Edgar Reitz

HEIMAT EUROPA Filmfestspiele zeigen vielfältiges Programm

Am vergangenen Mittwoch (1. Juli) wurde im Rahmen einer Pressekonferenz im kleinen Saal des Pro-Winzkino Simmern das Programm der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele vorgestellt: Die Zuschauer/innen dürfen sich auf zwei Wochen mit rund 50 Filmen, viel Musik, Lesungen und Filmgesprächen freuen – das rheinland-pfälzische Kultursommer-Motto „Die Goldenen Zwanziger“ bildet dabei den Leitfaden.

In sechs Wochen feiern die achten Heimat Europa Filmfestspiele Eröffnung. Vom 7. bis 22. August werden auf dem Fruchtmarkt und im Pro-Winzkino rund 50 Filme gezeigt. Die Festspiele, veranstaltet vom Pro-Winzkino und der Stadt Simmern, stehen erneut unter der Schirmherrschaft von Regisseur Edgar Reitz. Die Filme kommen aus mindestens 20 verschiedenen Ländern und umspannen einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren. Sie stammen aus Deutschland und ganz Europa – von Dänemark bis Spanien, von Großbritannien bis Georgien – und sind unterteilt in die Kategorien „Edgar“, „Dokumentationsfilme“, „Classics“ und „Family“. Allein 13 moderne Heimatfilme hat die Programmkommission mit Kurator Janis Kuhnert, Sandra Burmann und Peter Huth in den zurückliegenden Wochen für den Wettbewerb ausgewählt. In diesem Jahr hat der bekannte Schauspieler Rainer Bock, der seit 1989 in mehr als 110 Film- und TV-Produktionen vor der Kamera stand und unter anderem schon mit Steven Spielberg und Quentin Tarantino drehte, die Rolle des Jurors übernommen. Er wird am Abschlussabend den „Edgar“ für den besten modernen Heimatfilm überreichen.

„Die Goldenen Zwanziger“, das diesjährige Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz, spielt eine tragende Rolle im Programm der achten Heimat Europa Filmfestspiele. In der Wettbewerbskategorie um die Festspiel-Trophäe „Edgar“ richtet sich der Fokus auf die aktuellen Zwanziger-Jahre. Alle 13 Wettbewerbsfilme sind vorher noch nicht veröffentlicht worden und liefen bisher allenfalls auf anderen Filmfestivals. Einige von ihnen zeigt das Pro-Winzkino sogar exklusiv bei den Heimat Europa Filmfestspielen. Dem Festivalnamen folgend, hat die Programmkommission neue moderne Heimatfilme ausgewählt, die ersten drei Produktionen tragen sogar den Begriff im Titel: „Home“ handelt von einem jungen Mädchen, das nach der Flucht aus Jugoslawien in seiner neuen Heimat Dänemark ankommen muss. „Der Heimatlose“ beschreibt die Schwierigkeiten des Protagonisten, die er nach seiner Rückkehr auf die Nordseeinsel, auf der er geboren wurde, erfährt. Und in „Etwas ganz Besonderes“, Originaltitel „Home“, steigen die Festspiele gleich am Eröffnungsabend in ihre zentralen Themen Heimat und Zugehörigkeit ein.

Das gilt auch für die Kategorie „Dokumentarfilme“, die auch bei der achten Auflage der Heimat Europa Filmfestspiele mit insgesamt zehn Produktionen eine tragende Säule im Programm bildet. „Pompeji: Unter den Wolken“ schildert das Leben in Neapel im Schatten des Vesuvs, „Traces“ gibt ukrainischen Frauen eine Stimme, die im Kontext des Krieges sexuelle Gewalt und Folter erfahren haben.

Die „Classics“-Reihe setzt mit insgesamt fünf Stummfilmen aus den „Goldenen“ 1920er-Jahren einen Schwerpunkt. Sämtliche Stummfilme werden live musikalisch begleitet. Unter anderem wird die Kantorin der Simmerner Stephanskirche, Christine Marx, die Stummorgel zu Friedrich Wilhelm Murnaus Klassiker „Tartüff“ ertönen lassen, und der heimische Musiker Wolf Dobberthin vertont „Die Büchse der Pandora“ von Georg Wilhelm Pabst.

Sechs Beiträge sprechen in der „Family“-Reihe ein junges Publikum an, wie zum Beispiel „Plitsch Platsch Forever“ aus der Schweiz, in der Kinder für ihr von der Schließung bedrohtes Freibad kämpfen.

Juror Rainer Bock wird am Finalabend in Simmern nicht nur den Siegerfilm in der „Edgar“-Kategorie küren, sondern auch den vom rheinland-pfälzischen Kulturministerium ausgelobten Nachwuchspreis verleihen. Bock tritt bei den Festspielen außerdem im Rahmen einer Lesung auf, mit Texten des Kabarettisten Hans Dieter Hüsch, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Als weitere Auszeichnungen im Rahmen der Heimat Europa Filmfestspiele wird der Publikumspreis verliehen, und zum zweiten Mal wirft eine Jugendjury ihren ganz eigenen Blick auf die Filme im „Edgar“-Wettbewerb.

Der „Edgar“ selbst ist natürlich auch wieder Teil des Programms. Von Schirmherr Edgar Reitz läuft als Hommage an den Mitbegründer der Filmfestspiele in diesem Jahr ein Film, dessen Premiere der 93-jährige Regisseur 1973 in den Simmerner Postlichtspielen feierte: „Die Reise nach Wien“. Simmern war seinerzeit Hauptdrehort. Elke Sommer und Hannelore Elsner spielen die Hauptrollen – und der kürzlich verstorbene Mario Adorf, dem die Festspielmacher damit ebenfalls die Ehre erweisen. Außerdem wird in Erinnerung an den im März verstorbenen Alexander Kluge der von ihm gemeinsam mit Edgar Reitz geschaffene Film „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ (1974) gezeigt (mehr zur Hommage an Edgar Reitz finden Sie hier).

Ganz viel Musik ergänzt das Filmprogramm während der zwei Festspielwochen, und auch hier richtet sich der Blick auf „Die Goldenen Zwanziger“ – von A-Capella-Gesang à la Comedian Harmonists über Gipsy-Jazz bis zu Swing und Blues. Podiumsdiskussionen, Filmbesprechungen, Gespräche mit Vertretern aus Schauspiel und Regie gehören wieder zum Programm sowie erstmalig die Präsentation der Ergebnisse von Filmworkshops, die in Kooperation mit Schulen entstanden sind. Der dem Pro-Winzkino angegliederte Raum9, Anlaufstelle und Festspiel-Treffpunkt mit Bewirtung (unter anderem mit Matinee-Frühstück und Brunch), bietet wieder Gelegenheit zum geselligen Austausch mit Veranstaltern und Filmschaffenden. Mit von der Partie sind auch das Hunsrück-Museum sowie erstmals das Ava Arthouse, unter anderem mit einer After-Show-Party im Anschluss an den Film „The Great Gatsby“.1

Das Programmheft der Filmfestspiele können Sie hier herunterladen.

Details zu Anfangszeiten und Eintrittspreisen sowie die Möglichkeit, Tickets zu bestellen, finden Sie auf der Homepage des Pro-Winzkinos.

Die folgenden Bilder von der Presskonferenz hat Günter Endres für heimat123.de angefertigt:

Fußnoten
  1. Pressemitteilung der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele vom 1. Juli 2026 []